Zahnkrankheiten beim Hund

Zahnkrankheiten beim Hund: Karies, Paradontose, Gingivitis, CORL, Epuliden & Co.
Wissenswerte & versicherungstechnische Aspekte zum sinnvollen Einsatz einer passenden Hunde-OP-Versicherung!

Zahnkrankheiten beim Hund

Ebenso wie bei uns Zweibeinern, sind Zahnkrankheiten beim Hund keinesfalls selten. In der Praxis treten sie sogar noch häufiger auf, denn anders als wir Menschen haben unsere lieben Vierbeiner keine Zahnbürste, Zahnseide und Mundwasser, um das Schlimmste zu verhindern. Die Folge sind vielfältige Krankheitsbilder, die den Kiefer, Zahnapparat und oftmals noch das Zahnfleisch betreffen. Für Halter sind die Folgen vor allem finanzieller Natur – in Form von hohen Behandlungskosten.

Häufige Zahnkrankheiten beim Hund im Überblick

Schwedische Forscher haben genauer hingeschaut, die Ergebnisse sind mindestens ernüchternd, eher noch erschreckend. Demnach leiden 4 von 5 Hunden über drei Jahren an Zahnerkrankungen. Die Probleme intensivieren sich mit fortschreitendem Alter noch weiter, wobei erste Behandlungs- und Präventivmaßnahmen Erkrankungen am Zahnhalteapparat wenigstens eindämmen und verlangsamen können. Was die Wissenschaftler aus Schweden ebenfalls ganz klar feststellten: Wer seinem Hund täglich die Zähne putzt, reduziert das Risiko für Zahnkrankheiten maßgeblich.

Aber welche Zahnerkrankungen gibt es bei Hunden? Wir schlüsseln die häufigsten nachfolgend für Sie auf.

Karies beim Hund

Karies tritt bei Tieren seltener als bei Menschen auf, aber vor allem an den Backenzähnen können Hunde durchaus häufiger unter Karies leiden.

Karies Hund Symptome:
Ebenso wie beim Menschen zeigt sich Karies durch dunkle Verfärbungen und Löcher, außerdem könnten die Tiere aufgrund der auftretenden Schmerzen ihr Futter verweigern.

Karies Hund Behandlung:
Behandelt wird Karies durch eine Zahnentfernung, anschließend wird der betroffene Zahn entweder gezogen oder erhält eine Füllung.

Was kostet eine Kariesbehandlung beim Hund?

Kosten Kariesbehandlung: Für Füllungen 150 bis 300 Euro, bei Zahnextraktionen inklusive Narkose etwa 300 bis 600 Euro je nach Anzahl der Zähne.

Gingivitis beim Hund (Entzündung des Zahnfleischs)

Die Gingivitis ereilt Menschen relativ oft, ebenso Hunde. Bei beiden ist die Zahnfleischentzündung einerseits eine schon ernsthafte Erkrankung, andererseits meist aber auch der Vorbote für noch schwerwiegendere künftige Zahnkrankheiten beim Hund.

Gingivitis Hund Symptome:
Das Zahnfleisch ist dann rot und geschwollen, meistens blutet es beim Kauen, auch Mundgeruch kann sich entwickeln.

Gingivitis Hund Behandlung:
Sofern eine ausgewachsene bakterielle Entzündung vorliegt, können Antibiotika diese zumindest zunächst eindämmen. Letztlich muss die eigentliche Ursache, das Plaque, aber unter Narkose bei einer Zahnreinigung entfernt werden. Anderenfalls wird sich das Zahnfleisch immer wieder entzünden.

Was kostet eine Gingivitisbehandlung beim Hund?

Kosten Gingivitis: Etwa 200 bis 500 Euro, je nach (Narkose-)Aufwand.

Paradontitis / Paradontose beim Hund

Die Parodontitis ist nach der Gingivitis meist die nächste Stufe. Nun ist Zahnhalteapparat tiefgreifend und ganzheitlich entzündet.

Paradontitis / Paradontose Hund Symptome:
Auch hier treten die typischen Symptome einer Gingivitis auf, aber noch in einem intensiveren Ausmaß. Außerdem ist das Zahnfleisch nun so geschädigt, dass es die Zähne nicht mehr zuverlässig halten kann. Daher können einzelne Zähne wackeln. Schmerzen und eitrige Abszesse können sich ebenfalls herausbilden.

Paradontitis / Paradontose Hund Behandlung:
Auch hier bleibt nur eine professionelle Zahnreinigung inklusive der Zahnfleischtaschen unter Narkose. Sofern einzelne Zähne schlicht nicht mehr gehalten werden können, müssen sie entfernt werden. Langfristig sollten Hundehalter spätestens nach der Zahnreinigung anfangen, die Zähne des Tieres zu putzen. Anderenfalls wird die Parodontitis wiederkehren.

Was kostet eine Paradontosebehandlung beim Hund?

Kosten Paradontose: 400 bis 800 Euro, sofern Zähne gezogen werden müssen eher um die 1.500 Euro.

Zahnwurzelentzündung (Pulpitis beim Hund)

Die Pulpitis ist eine Erkrankung, die aus anderen Zahnkrankheiten beim Hund heranwächst. Das passiert zum Beispiel, wenn eitrige Entzündungen der Parodontitis in die Zahnwurzel vordringen oder wenn sich Karies einen Weg dahin bahnt. Parallel dazu kann sich die sowieso schon schlimme Zahnwurzelentzündung noch zu einer kompletten Entzündung des Kiefers ausbreiten.

Zahnwurzelentzündung Hund Symptome
Je nach Ausprägung wird das Maul des Vierbeiners geschwollen sein. Immer wird er beim Kauen und Spielen (starke) Schmerzen haben. Eiter und Abszesse könnten sich entwickeln. Sofern die Entzündung systemisch wird, sind auch Fieber und weitere Erkrankungen des gesamten Körpers denkbar.

Zahnwurzelentzündung Hund Behandlung
Die Zahnwurzelentzündung muss dringlich behandelt werden, im Regelfall werden die jeweiligen Zähne einfach gezogen. Antibiotika wird meist unterstützend gegeben.

Was kostet eine Zahnwurzelbehandlung beim Hund?

Kosten Zahnwurzelentzündung: Bei einer unkomplizierten Zahnextraktion bis zu 500 Euro. Bei Backenzähnen und vorliegenden Abszessen eher bis zu 1.200 Euro.

Stomatitis bei Hunden

Die Stomatitis gehört zu den übergreifenden und großflächigen Zahnkrankheiten beim Hund. Betroffen sind nicht nur einzelne Zähne, sondern das Maul in seiner Ganzheit. Verursacht wird Stomatitis durch externe Erreger oder beispielsweise Zahnstein.

Stomatitis Hund Symptome
Die Maulschleimhaut ist dann deutlich gerötet, außerdem hat der Hund erhebliche oder sogar extreme Schmerzen. Seinen Mundgeruch riechen Herrchen und Frauchen sogar aus wenigen Metern Entfernung.

Stomatitis Hund Behandlung
Die Stomatitis ist aufgrund der massiven Schmerzen schnellstmöglich zu behandeln. Auch hier werden entweder mindestens Zahnstein oder direkt alle betroffenen Zähne entfernt. Antibiotika und Kortison können unterstützend gegeben werden, sie allein werden das Problem aber nicht dauerhaft lösen.

Was kostet eine Stomatitisbehandlung beim Hund?

Kosten Stomatitis: Je nach Schwere der Stomatitis bis zu 2.000 Euro.

Zahnfisteln beim Hund

Fisteln entstehen aus Entzündungen und öffnen sich nach außen. Sie sehen wie nasse, etwas eklig anzusehende Punkte aus und führen beispielsweise zu Schwellungen und sichtbarer Eiterbildung. Hunde vermeiden es dann meist, mit dem befallenen Bereich zu kauen. Ist alles befallen, verweigern sie die Futteraufnahme.

Zahnfistel Hund Behandlung
Angegriffene Zähne werden erneut meist entfernt. Zudem wird der gesamte Maulbereich großzügig und mitunter mehrfach gespült. Antibiotika helfen die Erreger zu vernichten, damit sich die Entzündung erst einmal zurückbilden kann.

Was kostet eine Zahnfistelbehandlung beim Hund?

Kosten Zahnfistel: 400 bis 800 Euro per Behandlung, mitunter mehrere Behandlungen notwendig.

CORL (Canine Odontoclastic Resorptive Lesions)

Diese gehört zu den Zahnkrankheiten beim Hund, die eher ältere Vierbeiner betrifft – aber nicht ausschließlich. C.O.R.L. ist am ehesten mit Karies vergleichbar, das Zahngewebe wird sukzessive abgebaut. Tückisch bei dieser Erkrankung ist der Umstand, dass der Abbau meist an der Zahnwurzel beginnt und daher so lange unentdeckt bleibt, bis es schließlich zu spät ist.

CORL Hund Symptome
In der Folge können Zähne „plötzlich“ komplett brechen. Das Zahnfleisch wird empfindlicher, Futter wird verweigert.

CORL Hund Behandlung
Die von C.O.R.L. befallenen Zähne müssen gezogen werden, eine andere Lösung gibt es nicht.

Was kostet eine CORL Behandlung beim Hund?

Kosten CORL Behandlung: Inklusive Diagnose bis zu 1.000 Euro, abhängig von der Anzahl der befallenen Zähne.

Epuliden (Zahnfleischtumore)

Epuliden sind gutartige Tumore, die sich am Zahnfleisch bilden. „Gutartig“ bedeutet aber nicht, dass sie keine Probleme bereiten würden.

Epuliden Hund Symptome
Wie auch andere Zahnkrankheiten beim Hund, können die Epuliden zu Blutungen führen und zudem so auf die Zähne drücken, dass sich diese über längere Zeit deformieren.

Epuliden Hund Behandlung
Zahnfleischtumore müssen chirurgisch entfernt werden. Schon allein um festzustellen, ob diese tatsächlich gutartig sind. Höchstwahrscheinlich sind sie das, aber ein Restrisiko für Krebserkrankungen gehört ausgeschlossen.

Was kostet eine Epuliden-OP beim Hund?

Kosten Epuliden-OP: Inklusive Laboruntersuchung des entfernten Tumors bis zu 1.200 Euro.

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Welche Rassen sind für Zahnkrankheiten beim Hund besonders anfällig?

Das britische Royal Veterinary College der Universität von London für Tierärzte hat zu dieser Frage mehrere großangelegte Studien durchgeführt. Demnach sind Zahnkrankheiten beim Hund und vor allem die Parodontitis bei diesen Rassen besonders häufig:

  • Yorkshire Terrier entwickeln besonders oft Parodontitis
  • Greyhounds sind mit einem Risiko von bis zu 38 % ebenfalls oft betroffen
  • Miniature Poodle haben ein Risiko von 28 %
  • King Charles Spaniel zählen ebenfalls zu den Risikorassen
  • Papillon-Hunde haben ein deutlich erhöhtes Risiko speziell für Zahnfleischerkrankungen

Ebenso gibt es einige Rassen, die mitunter seltener von Zahnkrankheiten beim Hund oder speziell der Parodontitis betroffen sind: Labrador Retriever und der Deutsche Schäferhund zum Beispiel.

Eine weitere Auffälligkeit: Vielmals haben die kleinen Hunde und Hunderassen ein erhöhtes Risiko. Das liegt schlicht daran, dass ihre Zähne aufgrund des kleinen Mauls enger gestellt sind, wodurch sich Erreger leichter festsetzen.

Welche Hundeversicherung springt bei Zahnkrankheiten beim Hund ein?

Prinzipiell entweder die Hunde-OP-Versicherung oder die Hundekrankenversicherung mit Vollschutz. Beide decken Zahnkrankheiten beim Hund ab, sofern diese medizinisch behandlungsbedürftig sind. Ästhetische Behandlungen sind wenig überraschend nicht inkludiert.

Bei der Hundekrankenversicherung sind in den Leistungen normalerweise enthalten:

  • Zahnsteinentfernung mit Narkose
  • Behandlung von Karies, Parodontitis und Gingivitis
  • Zahnentfernungen
  • Behandlung von Zahnwurzelentzündungen, Fisteln und Co.
  • notwendige diagnostische Maßnahmen, beispielsweise bildgebende Verfahren
  • notwendige Medikamente, auch post-operativ

Die Hunde-OP-Versicherung greift indes nur bei den tatsächlichen operativen Eingriffen. Sofern die Zahnkrankheiten beim Hund also eine medizinisch erforderliche Operation nach sich ziehen, sollte die Police Ihnen die Kosten hierfür erstatten. Nicht enthalten sind aber beispielsweise prophylaktische Maßnahmen oder Gingivitis-Behandlungen ohne operativen Eingriff.

Zahnkrankheiten beim Hund als Vorerkrankung: Hürden beim Versicherungsabschluss

Unser Tipp: Versichern Sie Ihren Hund frühzeitig! Bereits bekannte Zahnkrankheiten beim Hund können, als Vorerkrankung gewertet, zur Ablehnung des Hundes, Risikoprämien oder Ausschlüssen von Zahnkrankheiten führen.

Denken Sie an die eingangs erwähnte Statistik: 80 % aller Hunde im Alter von 3 Jahren leiden schon an Zahnkrankheiten. Umso später Sie Ihren Schatz versichern, desto höher ist also die Wahrscheinlichkeit, dass es aufgrund von Vorerkrankungen zu Ausschlüssen kommt. Je früher Sie das Tier hingegen versichern, desto günstiger sind die Tarife – und desto unwahrscheinlicher etwaige Ausschlüsse.

Sichern Sie sich finanziell gegen Zahnkrankheiten beim Hund ab – jetzt Tarife kostenlos und unverbindlich vergleichen!

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